Wer unter starker Verlustangst leidet, versucht häufig vor allem eines: den befürchteten Verlust zu verhindern. Der Partner soll sich häufiger melden, bestimmte Situationen vermeiden, mehr Nähe zeigen oder immer wieder bestätigen, dass alles in Ordnung ist. Das beruhigt zunächst – löst aber das eigentliche Problem nicht.
Denn kein Mensch kann Ihnen garantieren, dass eine Beziehung niemals endet oder dass das Leben immer so verläuft, wie Sie es sich wünschen. Wirkliche Sicherheit entsteht deshalb nicht dadurch, dass Sie Ihren Partner oder Ihre Beziehung immer besser kontrollieren. Sie entsteht, wenn Sie zunehmend darauf vertrauen können, auch mit Unsicherheit und schwierigen Veränderungen umgehen zu können.
Das bedeutet nicht, dass Sie Ihre Verlustangst einfach „aushalten“ oder berechtigte Zweifel an Ihrer Beziehung ignorieren sollen. Im Gegenteil: Zunächst geht es darum herauszufinden, woher Ihre Angst eigentlich kommt.
Wichtiger Hinweis
Die folgenden Übungen und Anregungen dienen in erster Linie als Unterstützung bei der Bewältigung von Verlustangst.
Sie ersetzen keine individuelle Therapie.
Um Verlustängste und Eifersucht nachhaltig in den Griff zu bekommen, ist es häufig auch notwendig herauszufinden,
warum diese Ängste überhaupt entstanden sind und wodurch sie heute aufrechterhalten werden.
Die eigenen Ursachen und Muster vollständig zu erkennen, ist allein jedoch oft schwierig. Hier kann die Unterstützung durch eine sachkundige therapeutische Person helfen, Zusammenhänge zu erkennen, die aus der eigenen Perspektive nur schwer sichtbar sind.
1. Prüfen Sie zuerst: Ist Ihre Verlustangst begründet?
Nicht jede Verlustangst ist unbegründet. Wenn Ihr Partner Sie belügt, sich widersprüchlich verhält, emotional immer weiter zurückzieht oder andere konkrete Gründe für Misstrauen liefert, wäre es wenig hilfreich, sich selbst einzureden, das Problem existiere nur in Ihrem Kopf.
Deshalb empfehle ich meinen Klienten zunächst eine Verbundenheitsprüfung.
Versuchen Sie dabei nicht herauszufinden, ob Ihr Partner Sie garantiert niemals verlassen wird. Diese Garantie kann Ihnen niemand geben. Beobachten Sie stattdessen Ihre Beziehung so nüchtern wie möglich:
Wie zeigen Sie sich gegenseitig Zuneigung? Interessiert sich Ihr Partner für Sie und Ihr Leben? Gibt es gemeinsame Pläne? Werden Ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrgenommen? Können Sie miteinander reden? Wie viel investieren Sie selbst in die Beziehung? Und vor allem: Welche konkreten Hinweise gibt es dafür, dass tatsächlich etwas nicht stimmt – und welche Bedrohungen entstehen hauptsächlich in Ihrem Kopf?
In meinem Buch lasse ich Betroffene solche Zeichen der Verbundenheit beispielsweise über 14 Tage beobachten – und zwar ausdrücklich in beide Richtungen: Wie zeige ich meinem Partner meine Liebe und wie zeigt er sie mir?
Damit holen Sie sich Ihre Einschätzung ein Stück weit zurück. Sie müssen nicht bei jedem Angstreiz Ihren Partner fragen, ob noch alles in Ordnung ist. Sie lernen zunehmend, Ihre Beziehung selbst zu beurteilen.
2. Emotionale Abhängigkeit erkennen: Was soll Ihr Partner für Sie leisten?
Hinter starker Verlustangst steckt häufig nicht nur die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Oft hängt an diesem Menschen innerlich noch viel mehr.
Fragen Sie sich deshalb einmal ganz konkret:
Was genau würde ich verlieren, wenn mein Partner plötzlich nicht mehr da wäre?
Geht es nur um den Menschen selbst? Oder auch um finanzielle Sicherheit? Die gemeinsame Wohnung? Den bisherigen Lebensstandard? Gesellschaftliches Ansehen? Gemeinsame Freunde? Zukunftspläne inkl. Familienplanung? Jemanden, der Entscheidungen trifft? Jemanden, der Probleme löst? Jemanden, der Ihnen das Gefühl vermittelt, wertvoll und liebenswert zu sein?
Und dann stellen Sie sich eine zweite, wesentlich unbequemere Frage:
Welche Verantwortung für mein eigenes Leben habe ich möglicherweise unbemerkt an meinen Partner abgegeben?
Nach meiner Praxiserfahrung liegt genau hier häufig ein wichtiger Teil des Problems. Hinter der Angst „Bitte verlass mich nicht!“ kann unbewusst noch eine andere Angst stecken:
„Ich weiß nicht, ob ich mein Leben ohne dich so bewältigen kann, wie ich es mir wünsche.“
Deshalb reicht es langfristig nicht, immer neue Beweise dafür zu sammeln, dass der Partner bleibt. Viel wichtiger ist es, zunehmend Beweise dafür zu sammeln, dass Sie für Ihr Lebensglück auch selber sorgen können.
Kurz gesagt
Je stärker Sie darauf vertrauen, Ihr eigenes Leben auch ohne Ihren Partner bewältigen zu können, desto weniger muss Ihr Partner Ihnen Sicherheit geben.
Das Ziel ist deshalb nicht, immer mehr Beweise dafür zu sammeln, dass Ihr Partner bleibt – sondern immer mehr Beweise dafür, dass Sie selbst handlungsfähig bleiben.
3. Raus aus der gefühlten Hilflosigkeit: Die eigene Handlungsfähigkeit stärken
Verlustangst kann sich wie Hilflosigkeit anfühlen. Aber ein Gefühl von Hilflosigkeit bedeutet nicht automatisch, dass Sie tatsächlich hilflos sind.
Eine Frage, die ich meinen Klienten deshalb immer wieder stelle, lautet:
„Sind Sie gerade wirklich handlungsunfähig – oder fühlt es sich nur so an?“
Und unmittelbar danach:
„Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie?“
Vielleicht können Sie nicht beeinflussen, ob Ihr Partner sich in einen anderen Menschen verliebt. Sie können auch nicht verhindern, dass manchmal eine Beziehungen scheitert. Und auch Krankheit, Tod und andere Schicksalsschläge lassen sich nicht vollständig kontrollieren.
Aber solange Sie handlungsfähig sind, können Sie beeinflussen, wie Sie mit dem umgehen, was geschieht.
Genau hier lohnt sich ein grundsätzlich anderer Blick auf Kontrolle:
Versuche ich, einem anderen Menschen die Verantwortung für mich und den Verlauf meines Lebens zu übertragen – oder übernehme ich selbst die volle Verantwortung dafür?
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Für den Moment merken
Ihre Angst muss nicht erst verschwinden, bevor Sie anders handeln können.
Entscheidend ist, zwischen dem Gefühl und Ihrer Reaktion einen kleinen Moment zu schaffen, in dem Sie wieder selbst entscheiden: Was tue ich jetzt?
Wenn die Verlustangst gerade eskaliert: ein konkreter 8-Schritte-Plan
Stellen Sie sich eine typische Situation vor: Ihr Partner ist mit Freunden unterwegs. Seit Stunden kommt keine Nachricht. Sie sitzen zuhause, schauen ständig auf Ihr Handy und in Ihrem Kopf entstehen immer bedrohlichere Szenarien.
Genau in solchen Situationen hilft der gut gemeinte Rat „Denken Sie einfach nicht darüber nach“ herzlich wenig.
Probieren Sie stattdessen folgende Schritte:
Schritt 1: Erkennen Sie den inneren Alarm
Sagen Sie sich zunächst:
„Ich bin gerade stark angespannt. Aber meine Angst ist ein Gefühl – noch kein Beweis dafür, dass tatsächlich etwas passiert.“
Sie müssen das Gefühl nicht wegmachen. Nehmen Sie zunächst wahr, dass Ihr inneres Alarmsystem gerade angesprungen ist.
Schritt 2: Prüfen Sie einmal die Verbundenheit
Wie sieht Ihre Beziehung insgesamt aus?
Wie sind Sie und Ihr Partner in den letzten Tagen und Wochen miteinander umgegangen? Wie verbunden haben Sie sich miteinander gefühlt? Gibt es gerade einen konkreten Grund für Misstrauen – oder versucht Ihr Kopf, die fehlenden Informationen mit einem möglichst schlimmen Szenario zu füllen?
Wichtig ist das Wort einmal. Die Verbundenheitsprüfung soll Ihnen helfen, die Realität wieder in den Blick zu bekommen – nicht dazu führen, dass Sie alle fünf Minuten dieselben Beweise erneut zusammensuchen müssen.
Schritt 3: Aktivieren Sie Ihre Handlungsfähigkeit
Fragen Sie sich:
„Bin ich dieser Situation tatsächlich hilflos ausgeliefert?“
Und anschließend:
„Welche Möglichkeiten habe ich jetzt?“
Schon damit verändern Sie Ihre Perspektive. Sie sind nicht nur ein Mensch, der darauf wartet, dass ein anderer endlich etwas tut und dadurch die Angst beendet. Sie können selbst entscheiden, was Sie mit den nächsten Minuten und Stunden anfangen.

Schritt 4: Erinnern Sie sich an Ihr eigentliches Ziel
Jetzt kommt die vielleicht wichtigste Frage:
„Was möchte ich gerade mehr: eine schnelle Erleichterung – oder eine langfristig glückliche Beziehung, die dann für mich zu mehr innerer Ruhe führt?“
Kontrolle und das Rückversichern durch den Partner können tatsächlich beruhigen. Genau deshalb sind diese Verhaltensweisen so verführerisch. Aber natürlich führen sie langfristig in das Beziehungsaus. Die kurzfristige Erleichterung kann damit genau das gefährden, was Sie eigentlich schützen möchten.
Das Problem ist: Wenn Sie immer wieder erleben, dass Kontrolle Ihre Angst kurzfristig beendet, lernt Ihr Gehirn auch: Beim nächsten Alarm muss ich wieder kontrollieren, dann geht es mir besser.
Aus der schnellen Lösung kann dadurch ein zerstörerischer Kreislauf entstehen: Wiederholtes Nachfragen, Misstrauen, Vorwürfe, Handy-Kontrollen oder Forderungen nach immer neuen Liebesbeweisen werden den Partner zunehmend unter Druck setzen. Und irgendwann wird er – mit hoher Wahrscheinlichkeit – die Beziehung aus seiner eigenen Not heraus verlassen.
Schritt 5: Überlassen Sie Ihrem Kopf nicht kampflos die Regie
Menschen mit Verlustangst sind manchmal erstaunlich talentierte Drehbuchautoren – leider bevorzugt für Katastrophenfilme.
Aus „Er hat sich seit zwei Stunden nicht gemeldet“ wird im Kopf schnell eine komplette Geschichte: Mit wem er zusammen sein könnte, was gerade passiert und warum die Beziehung vermutlich kurz vor dem Ende steht.
Wenn Sie merken, dass dieses negative Kopfkino beginnt, können Sie bewusst gegensteuern. Erinnern Sie sich beispielsweise an reale liebevolle Situationen Ihrer Beziehung oder stellen Sie sich ein schönes Wiedersehen vor. Entscheidend ist dabei nicht, sich einzureden, dass garantiert nichts passieren kann. Es geht darum, Ihrem Unterbewusstsein neben dem automatisch produzierten Katastrophenszenario auch andere Bilder zur Verfügung zu stellen.
Positive mentale Vorstellungen und die daraus resultierende Veränderung negativer Interpretationsmuster wurden auch wissenschaftlich untersucht. Für mich ist diese Technik zugleich eine Erfahrung aus meiner therapeutischen Praxis: Innere Bilder können Gefühle erheblich beeinflussen.
Schritt 6: Bedienen Sie den Kontrollimpuls zunächst nicht
Jetzt wird es schwieriger.
Greifen Sie nicht sofort zum Telefon. Stellen Sie nicht die Kontrollfrage. Überprüfen Sie nicht zum wiederholten Mal den Online-Status. Fragen Sie nicht die beste Freundin, ob sie das Verhalten Ihres Partners ebenfalls verdächtig findet.
Geben Sie Ihrem Gehirn die Chance, eine neue Erfahrung zu machen:
„Ich kann dieses Gefühl haben, ohne sofort darauf reagieren zu müssen.“
Dabei geht es nicht um perfekte Selbstbeherrschung. Es geht darum, die bisher automatische Abfolge zu unterbrechen:
Angst → Kontrollimpuls → Kontrolle → Erleichterung.

Schritt 7: Jetzt kommt etwas paradoxes: Erlauben Sie sich ausdrücklich, doch zu kontrollieren!
Ja ich weiß, das klingt zunächst total merkwürdig.
Sagen Sie sich:
„Ich muss hier gar nichts. Natürlich darf ich meinen Partner jetzt anrufen. Ich darf kontrollieren. Ich darf nachfragen. Ich kann meinem Impuls jederzeit nachgeben. Es ist meine Entscheidung!“
Und dann gehört noch ein zweiter Satz dazu:
„Wenn ich mich dafür entscheide, entscheide ich mich aber auch für den Streit, den Vertrauensverlust und dafür, meine Beziehung mit diesem Verhalten weiter zu beschädigen. Wenn mir die sofortige Erleichterung wichtiger ist als mein langfristiges Ziel einer stabilen Beziehung, darf ich diesen Preis bezahlen. Es ist allein meine Entscheidung.“
Diese Erlaubnis ist kein Freibrief für Kontrollverhalten. Sie soll Ihnen vielmehr den inneren Zwang nehmen, jetzt unbedingt etwas nicht tun zu müssen.
Ich nenne dieses Prinzip in meinem Buch „Die Kirschen in Nachbars Garten“. Dort geht es um einen einfachen psychologischen Mechanismus: Ein Verbot kann etwas erst recht interessant machen. Wird dagegen die Entscheidungsfreiheit zurückgegeben und werden gleichzeitig die Konsequenzen der Entscheidung klar benannt, verändert sich häufig auch der innere Widerstand.
Im Buch wende ich dieses Prinzip vor allem auf das Verhalten zwischen Partnern an. Für den Umgang mit Verlustangst lässt es sich aber auch auf die eigene innere Auseinandersetzung übertragen:
Nicht: „Ich darf auf keinen Fall kontrollieren!“
Sondern:
„Ich darf. Aber ich entscheide selbst, ob mir die kurzfristige Erleichterung den Preis einer zerstörten Beziehung wert ist.“
Sie holen damit die Entscheidung wieder dorthin zurück, wo sie hingehört: zu sich selbst.
Schritt 8: Werten Sie anschließend aus – statt sich zu verurteilen
Egal, ob es funktioniert hat oder nicht: Machen Sie hinterher keine moralische Bewertung daraus.
Beobachten Sie lieber:
Was hat meine Angst ausgelöst? Wo habe ich sie im Körper gespürt? Wie stark war sie auf einer Skala von 0 bis 10? Was wollte ich tun? Was habe ich tatsächlich getan? Und was ist danach passiert?
Eine solche Verlaufsbeobachtung nutze ich auch in meinen Übungen, um Veränderungen über mehrere Tage sichtbar zu machen.
Dadurch wird aus „Ich bin eben ein schrecklich eifersüchtiger Mensch“ allmählich etwas wesentlich Konkreteres:
„In dieser Situation wurde meine Angst ausgelöst. Sie erreichte Stärke 8. Mein erster Impuls war Kontrolle. Dieses Mal habe ich anders reagiert.“
Und genau solche Erfahrungen sind Veränderung.
5. Entwickeln Sie einen Plan B – gerade wenn Sie ihn niemals brauchen möchten
Ein weiterer wichtiger Schritt gegen Verlustangst besteht darin, genau das zu betrachten, was Betroffene am liebsten niemals betrachten möchten:
Was wäre eigentlich, wenn die Beziehung tatsächlich endet?
Viele meiner Klienten reagieren darauf zunächst mit Widerstand:
„Aber genau davor habe ich doch Angst! Warum soll ich mir das auch noch ausmalen?“
Weil ein Szenario umso bedrohlicher wirken kann, je stärker Sie davon überzeugt sind, dass es unter keinen Umständen eintreten darf.
Ein Plan B bedeutet nicht, dass Sie sich eine Trennung wünschen. Er bedeutet auch nicht, dass Sie Ihre Beziehung innerlich bereits aufgeben.
Er ist ein Notfallnetz gegen das Gefühl, ohne den anderen nicht mehr handlungsfähig zu sein.
Übung: „Mein persönlicher Plan B“
Stellen Sie sich einmal vor, Ihre Beziehung wäre tatsächlich beendet. Beantworten Sie möglichst konkret:
Wo würde ich wohnen? Wie würde ich meinen Alltag organisieren? Wie wäre meine finanzielle Situation? Welche Menschen wären für mich da? Welche Aufgaben, die heute mein Partner übernimmt, müsste ich selbst übernehmen oder lernen? Welche Interessen und Kontakte könnte ich wieder stärker pflegen? Und was könnte in einem neuen Lebensabschnitt irgendwann sogar wieder möglich werden?
Je konkreter Sie werden, desto weniger bleibt vom diffusen Bild:
„Dann wäre mein Leben vorbei.“
Vielleicht wäre Ihr Leben zunächst schmerzhaft, chaotisch und vollkommen anders als geplant.
Aber anders ist nicht dasselbe wie nicht bewältigbar. Und meistens wird es besser, als gedacht.

6. Selbstwirksamkeit entsteht durch Erfahrungen – nicht durch schöne Sätze
Menschen mit Verlustangst bekommen häufig den Rat, „mehr Selbstwert“ aufzubauen.
Das ist nicht falsch. Aber das reicht natürlich bei Weitem nicht aus.
Wenn ein Mensch tief in sich überzeugt ist, bestimmte Dinge allein nicht bewältigen zu können, verändert sich diese Überzeugung nicht automatisch dadurch, dass er sich jeden Morgen sagt:
„Ich bin stark.“
Viel überzeugender ist die Erfahrung:
„Ich habe etwas getan, von dem ich bisher dachte, dass ich es nicht kann.“
Übernehmen Sie deshalb schrittweise Aufgaben, die Sie bislang Ihrem Partner überlassen haben. Treffen Sie eigene Entscheidungen. Unternehmen Sie etwas allein. Pflegen Sie eigene Freundschaften. Lösen Sie ein Problem selbst. Beschäftigen Sie sich mit Ihren Finanzen, wenn Sie diesen Bereich bisher vollständig abgegeben haben. Lernen Sie etwas, das Sie unabhängiger macht.
Es müssen keine riesigen Schritte sein.
Jede selbst bewältigte Herausforderung liefert Ihrem Gehirn einen neuen Erfahrungswert:
„Ich kann etwas bewirken. Ich kann Entscheidungen treffen. Ich kann Schwierigkeiten bewältigen.“
Das ist gelebte Selbstwirksamkeit.
7. Akzeptieren Sie, dass Sie nicht alles verhindern können
Dieser Punkt ist unbequem – und gerade deshalb wichtig.
Ein Teil der Arbeit an Verlustangst besteht darin, anzuerkennen, dass das Leben keine vollständige Sicherheit bietet.
Sie können eine gute Beziehung führen, liebevoll sein, an sich arbeiten und trotzdem nicht bestimmen, was ein anderer Mensch eines Tages empfindet oder entscheidet.
Sie können Risiken reduzieren.
Sie können aber nicht jedes Unglück verhindern.
Der Versuch, absolute Sicherheit herzustellen ist daher eine Lebensaufgabe, die niemals abgeschlossen werden kann.
Die Alternative ist nicht Resignation.
Sie lautet:
„Ich weiß nicht, was mein Leben noch für mich bereithält. Aber ich werde mich mit dem auseinandersetzen, was tatsächlich geschieht – wenn es geschieht.“
Das ist etwas vollkommen anderes als Hilflosigkeit. Langfristig geht es darum, dass Sie zunehmend erleben:
Ich kann lieben, ohne einen anderen Menschen kontrollieren zu müssen. Ich darf mir eine gemeinsame Zukunft wünschen, ohne mein gesamtes Lebensglück davon abhängig zu machen. Und wenn mein Leben irgendwann anders verläuft als erhofft, werde ich nicht automatisch hilflos sein.
